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Reutlingen

Foto: Screenshot ARD Audiothek
Geheimnisvolles Institut - Filmstudent will Rätsel lüften

Übernatürliches war der Job des Instituts für Paramediale Phänomene in Reutlingen. Eines Tages verschwand die Belegschaft spurlos. Ein Filmstudent will das Rätsel lüften und erlebt Schauriges in dem Gebäude. Nun gibt es Staffel zwei dieser Mystery-Hörspielserie der ARD.

Mit „Korridore" hat Autor und Regisseur Lars Henriks eine ungewöhnliche Mystery-Horror-Serie geschaffen, die sich bewusst von klassischen Hörspielproduktionen abhebt. Die zweite Staffel umfasst zwölf Episoden und ist jetzt in der ARD Audiothek verfügbar. Statt auf große Inszenierung setzt die Serie auf eine reduzierte Erzählweise – und genau daraus zieht sie ihren besonderen Reiz.

Im Zentrum der Handlung steht die Polizistin Zoe Reinhardt von der Kriminalpolizei Reutlingen, die einen Vermisstenfall untersucht. Der Filmstudent Patrick Scheuermann ist verschwunden, und zunächst scheint es kaum Anhaltspunkte zu geben. Die wichtigste Spur: sein Handy. Darauf befinden sich zahlreiche Sprachaufnahmen, in denen Patrick seine eigenen Nachforschungen dokumentiert. Während Zoe diese Aufzeichnungen auswertet, entfaltet sich nach und nach eine Geschichte, die immer tiefer in das Unheimliche führt.

Patrick selbst war auf der Suche nach seiner Mutter, die bereits vor zwölf Jahren spurlos verschwand – gemeinsam mit allen Mitarbeitenden eines geheimnisvollen Forschungsinstituts für sogenannte „paramediale Phänomene" in Reutlingen. Dieses Institut untersuchte unerklärliche Ereignisse, die sich jenseits wissenschaftlicher Logik bewegen. Das Gebäude steht inzwischen leer, doch genau dort beginnt Patrick seine Recherche.

Um Zugang zu dem Komplex zu erhalten, nimmt er einen Job bei einem Onlinehändler an, der sich mittlerweile in den ehemaligen Räumen eingemietet hat. Zwischen fragwürdigen Produkten und einem exzentrischen Geschäftsführer stößt Patrick schließlich auf die Unterlagen seiner Mutter. Sie hatte für das Institut Berichte über Menschen gesammelt, die von seltsamen und oft verstörenden Ereignissen betroffen waren.

Die Fälle, die Patrick entdeckt, reichen von brutalen Vorfällen in anonymen Wohnanlagen über bizarre Verbindungen zwischen Technologie und organischem Leben bis hin zu okkulten Motiven. Manche Geschichten wirken grotesk, andere zutiefst beunruhigend. Selbst scheinbar absurde Phänomene – etwa eine Maschine mit selbstzerstörerischem Verhalten – erscheinen im Vergleich zu den übrigen Ereignissen fast harmlos. Mit jeder neuen Entdeckung verdichten sich die Hinweise darauf, dass all diese Fälle miteinander verknüpft sein könnten.

Erzählt wird die Serie zunächst überwiegend über Patricks Aufnahmen, die Zoe im Rahmen ihrer Ermittlungen anhört. Diese einfache Struktur entwickelt eine intensive Wirkung, weil die Hörerinnen und Hörer die Ereignisse direkt aus Patricks Perspektive erleben. In der zweiten Staffel wird die Inszenierung deutlich erweitert: Die Handlung verlagert sich stärker in die unterirdischen Gänge des Gebäudes, und es entstehen aufwendigere akustische Szenen, die das Geschehen unmittelbarer erfahrbar machen.

Dabei bleibt „Korridore" nicht beim reinen Horror stehen. Die Serie spielt bewusst mit Genre-Konventionen und bricht die düstere Stimmung immer wieder mit humorvollen Elementen. Besonders die Figur des selbstüberschätzten Firmenchefs sorgt für ironische Kontraste, während gleichzeitig Anspielungen auf bekannte Motive aus der Horrorkultur eingestreut werden. Diese Mischung aus Grusel und Selbstironie verleiht der Serie einen eigenen Ton, der sie von anderen Produktionen abhebt.

Auch erzählerisch entwickelt sich „Korridore" weiter: Während in der ersten Staffel die Recherche im Vordergrund steht, rückt in der zweiten Staffel stärker die direkte Konfrontation mit dem Unbekannten in den Fokus. Die Handlung führt tiefer in ein Geflecht aus mysteriösen Ereignissen, alten Kulten und verborgenen Strukturen unterhalb des Instituts – mit zunehmend bedrohlichen Konsequenzen für die Figuren.

Trotz oder gerade wegen der vergleichsweise schlichten Produktion lebt die Serie vom hörbaren Spaß am Geschichtenerzählen. Statt sich an aufwendigen Effekten zu orientieren, setzt „Korridore" auf Atmosphäre, Ideenreichtum und eine klare narrative Struktur. Die einzelnen Episoden funktionieren dabei für sich, sodass sich die Serie nicht unbedingt am Stück konsumieren lässt, sondern auch in kleinen Portionen wirkt.

„Korridore" ist damit mehr als nur ein weiterer Beitrag zum Mystery-Trend im Audioformat. Die Serie verbindet klassische Gruselgeschichten mit modernen Erzählformen und einem augenzwinkernden Blick auf das Genre. Wer sich auf diese Mischung einlässt, findet eine ungewöhnliche und unterhaltsame Reise in eine Welt, in der das Unerklärliche zur Regel wird – und in der jede neue Spur noch tiefer ins Dunkel führt.


Die Mystery-Hörspielserie "Korridore" ist mit zwei Staffeln als Podcast in der ARD Audiothek abrufbar.

 


 

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(Zuletzt geändert: Mittwoch, 18.02.26 - 19:06 Uhr   -   166 mal angesehen)

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