Zu Besuch auf dem Kinderbauernhof
In Gomaringen gibt es einen Ort, an dem Kinder aller Altersklassen hautnahe in Kontakt mit Tieren kommen können: Auf dem Kinderbauernhof am Brennlesberg finden sich Schweine, Ziegen, Schafe, Pferde und viele andere Tiere. Einen Gewinn will der Hof nicht erwirtschaften. Als gemeinnütziges Projekt finanziert er sich ausschließlich durch Spenden und Fördermittel. Und die sind auch wichtig. Immerhin komme pro Jahr etwa 9.000 Kinder zu Besuch. Und auch wir haben jetzt dem Kinderbauernhof einen Besuch abgestattet.
Selten kommen Kinder so nahe an Tiere heran wie auf dem Kinderbauernhof in Gomaringen. Ob Zebus, Ziegen oder Schweine: Die Tiere zeigen keinerlei Scheu gegenüber Menschen. Im Gegenteil: Sie sind kontaktfreudig und überaus neugierig – auch gegenüber unserem Stativ.
Conny Schäfer vom Kinderbauernhof: "Also, unsere Devise ist hier: Wir sind die Gäste bei den Tieren, und wenn die Tiere an ihrem Verhalten zeigen, sie haben jetzt keine Lust mehr auf die Kinder oder auf uns Mitarbeiter, dann müssen wir als Menschen gehen. Und ich glaube, das ist so das Geheimnis davon. Dass sie einfach wissen, ihre Bedürfnisse werden gehört, gesehen, und man richtet sich danach, und dann mit Futter geht natürlich auch ganz viel."
Natürlich dürfen Kinder auch die Tiere füttern. Und nicht nur das. Sie sorgen beispielsweise dafür, dass die Schweine sich auch bei Trockenheit suhlen können. Und auch unangenehmere Aufgaben wie das Ausmisten des Pferdestalls erledigen sie mit Freuden.
Conny Schäfer: "Wir haben gesagt, manche Kinder fühlen sich wohler, wenn sie eine Schaufel in der Hand haben und damit zu den Pferden reingehen, aber eigentlich geht es ganz viel um das Spüren, Erleben, Huhn fühlt sich anders an wie das Pferd oder ganz viel Nähe aufbauen, oft auch die Sorgen den Tieren erzählen und dann aber natürlich die Versorgung."
Das Zebukalb scheint das Streicheln durch die Kinder sehr zu genießen. Und selbst der Zebubulle lässt die Kinder geduldig auf sich reiten. So viel Körperkontakt gefällt den kleinen Besuchern. Der 13-jährige Nico berichtet: "Besonders gefallen hat mir, wo das Zebukind sich sehr stark streicheln lassen hat, weil auch sie einfach schon in diesem jungen Alter sehr zutraulich ist." Und die achtjährige Alina sagt: "Also, ich finde es hier schön, weil ich mag Tiere, und ich finde es auch schön, sie zu füttern und bei ihnen zu sein, ja."
Vormittags kommen die Schulklassen, Kindergartengruppen und Behindertengruppen; die Nachmittagskinder kommen regelmäßig einmal pro Woche. Bei ihnen geht es darum, heilsame Erfahrungen für Körper und Seele zu machen.
Conny Schäfer: "Manch einer hat keinen Selbstwert, da ist unser Ziel dahinter, dass die Selbstwert bekommen, dann gibt es die Kinder, die so denken: „Oh, ich bin der Checker und kann alles!" und die merken dann bei unseren Zebus zum Beispiel: Oh nein, dieser Zebubulle, der hat doch mehr Kraft wie ich, und einfach so eine normale Regulierung von Einschätzen, was ich kann und einfach hier fröhlich und glücklich sein."
Für dieses Schuljahr ist der Kinderbauernhof schon komplett ausgebucht. Und um der großen Nachfrage Herr zu werden, beschäftigt der Verein auch Hauptamtliche, nämlich Sozipäds und Bufdis. Deshalb ist der Hof auf Spenden angewiesen. Ja, er finanziert sich hauptsächlich durch Spenden.
Conny Schäfer: "Jede Gruppe, die kommt, jeder Besucher darf eine Spende mitbringen, aber darf die Höhe selber bestimmen, weil wir sagen, Päckleskinder, die einfach schon ein Päckle zu tragen haben oder Familien, die nicht so viel Geld haben, die können dann einfach das geben, was sie können, uns war von Anfang an klar, dass Gott es anderen Menschen aufs Herz legen muss, die sagen, ich finde es eine gute Sache, ich spende."
Mittlerweile stelle man auch Stiftungsanträge, aber der ganz große Teil komme tatsächlich von Privatspenden – und das funktioniert. "Es ist jeden Monat ein Wunder. Tatsächlich", sagt Conny Schäfer und lacht. "Aber es ist schon immer schon so eine Glaubenssache so, wir haben viele Monate, da funktioniert es nicht, aber übers Jahr gleicht sich es aus."
Eine ausführliche Reportage über den Kinderbauernhof sehen Sie bei uns demnächst in unserer Reihe Tiertreff.
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