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Tübingen

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Der Plan für die Europaplatz-Entwicklungsfläche steht fest

Der Tübinger Europaplatz in seiner jetzigen Form ist seit 2023 fertig. Erst dieses Jahr schloss die Stadt die Bauarbeiten am Anlagenpark ab. Jetzt kommt das nächste große Bauprojekt vor dem Hauptbahnhof. Nach einem ausführlichen Wettbewerb hat die Stadt die Architekten für die Entwicklungsfläche Europaplatz gefunden. Und trotz internationaler Konkurrenz stammt der Siegerentwurf aus Tübingen.

Seit der alte Omnibusbahnhof verschoben wurde, ist ein großer Teil des Europaplatzes nichts mehr als ein ungenutztes Zementfeld. Das soll sich jetzt ändern. 32 Teams haben ihre Bewerbungen für die Gestaltung des Platzes eingereicht. 21 Wettbewerbsarbeiten lagen der Jury am Ende vor. Nur eine von ihnen allen konnte gewinnen.

"Im Prinzip ging es über eine „weiße Blatt"-Beteiligung, die quasi alles ermöglicht hat", erklärt Bau- und Erster Bürgermeister Cord Soehlke. "Vom Springbrunnen, übers Riesenrad, bis zur Konzerthalle, wo 650 Vorschläge von Bürgerinnen und Bürgern gekommen sind."

Der Siegerentwurf kommt von Hähnig Gemmeke und BHMP, zwei Architektenbüros, von denen eins direkt aus Tübingen stammt und das andere schon länger in der Stadt aktiv ist. Das ist ihre erste Zusammenarbeit. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern war ihnen daher auch klar, wie umstritten Aspekte der Europaplatzerweiterung in Tübingen sind. Viele in der Stadt hätten eine direkte Vergrößerung des Anlagenparks bevorzugt.

"Man hat natürlich die Diskussion im Hinterkopf", meint Christian Wild von BHMP, "man hat sie mitbekommen, war Teil der Diskussion bei der Umgestaltung des Anlagenparks. Aber letztendlich geht es dann darum, sich freizumachen und zu schauen, zu überlegen, was ist die richtige Antwort auf diese Planungsfrage."

Das endgültige Konzept wurde aufwändig an seine Umgebung angepasst. Die Formsprache der angrenzenden Radstation wird übernommen, die geschlossene Fassade in Richtung Bahnhof setzt die der angrenzenden Gebäude fort. Auch der Weg vom Park zum Bahnhof, der aktuell einfach vor dem Platz endet, soll bis zum ZOB durchgezogen werden. Und auch der Anlagenpark selbst ist ein zentrales Element des Entwurfs. Er wird über das neue Areal hinweg bis zum Uhlandbad fortgesetzt.

Soehlke zeigt sich begeistert: "Das ist ein ganz besonderer Entwurf für einen besonderen Ort. Das ist nicht austauschbar, was wir hier sehen, sondern das ist ein Entwurf, der auf die ganz besonderen Eigenschaften dieses Ortes in einer tollen Art und Weise eingeht. Und das ist das Entscheidende an der Stelle gewesen."

Auch ein zweiter und dritter Platz werden ausgestellt. Platz 2 ist neben einer sehr direkten Interpretation des Namens Europaplatz eher dünn bebaut. Im Gegensatz dazu ist Platz 3 von allen Teilnehmern der mit der höchsten Bebauungsdichte. Das Siegerprojekt liegt in der Mitte. Doch auch die hier geplante Architektur ist nicht frei von Herausforderungen.

"Es ist ein Entwurf, der eigentlich an allen Stellen nicht banal ist, sondern eine besondere Qualität braucht.", si Soehlke. "Diese Erdgeschosse, wie wir sie hier sehen in dem Gebäude, verlangen eigentlich überall, dass man an jeder Stelle etwas Attraktives, Lebendiges in den Erdgeschossen unterbringt. Und das ist eine Herausforderung. Aber auch der Brandschutz ist sehr kompliziert. Wie baut man das, was wir dort sehen? Es hat ja teilweise Altstadtgassenentfernungen."

Trotz aller Herausforderungen konnten sich die Preisrichter am Ende einstimmig für den Entwurf entscheiden. „Lieber schwierig und richtig als einfach und falsch", so der Baubürgermeister. Bald schon plant die Stadt, erneut um Bewerbungen zu bitten. Diesmal um die Gebäude zu bevölkern. Denn was genau dort hin soll, ob Läden, Hotels, Wohnraum oder etwas ganz anderes, ist noch nicht sicher. Trotzdem denkt die Stadt, dass die neue Erweiterung, mit viel Glück, schon 2031 fertig werden kann.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 15.10.26 - 16:07 Uhr   -   271 mal angesehen)

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