Sommertour mit Cindy Holmberg: Mit dem Fahrrad nach Grafeneck
In den Sommerferien ruht der politische Betrieb. Zumindest weitgehend. Denn jetzt beginnt die große Zeit der Sommertouren. Politiker reisen durch das Land, um sich unterwegs den Dingen zu widmen, die sonst im politischen Alltagsbetrieb untergehen. So war auch die Grünen-Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg am Donnerstag, dem ersten Ferientag, in ihrem Wahlkreis unterwegs - mit dem Fahrrad natürlich. Auf dem Programm stand unter anderem das Schloss und die Gedenkstätte Grafeneck.
Ankunft der kleinen Radfahrergruppe um Cindy Holmberg am Schloss Grafeneck. Von Münsingen aus ist die Grünen-Politikerin hierher geradelt, hatte dort zuvor noch ein Fachgespräch zum Thema Nachhaltiger Tourismus.
Am Schloss wurde Holmberg von den Grafenschrecks empfangen, einer inklusiven Gruppe, die sich mit der Geschichte Grafenecks auseinandersetzt. Sie übernahm auch die Führung durch die Gedenkstätte. "Hier ist ein echtes Mahnmal", so Holmberg. "1940 wurden hier 10.000 Menschen mit Beeinträchtigung ermordet, systematisch, und es war sozusagen auch das Einfalltor für die ganzen weiteren Vernichtungen von menschlichem Leben der Nazis, und deshalb ist das hier ein ganz besonderer Ort."
Und dieser wurde von den Grafenschrecks ausführlich erläutert. So erfuhren die Teilnehmer der Führung, dass im Schloss die Täter saßen, während die Opfer außerhalb davon ermordet wurden.
Für Cindy Holmberg ist ein Besuch der Gedenkstätte Grafeneck immer auch eine Mahnung zum politischen Handeln in der Gegenwart. "Natürlich trage ich das immer in mir, dass etwas so schreckliches nie wieder passieren darf, dafür setze ich mich im Land auch ein, und deshalb ist das hier natürlich ein Kulturdenkmal, das ich im Landtag erhalten möchte", so Holmberg.
Erst im Januar hatte der Landtag eine Entschließung zum Erhalt der Gedenkstätte beschlossen. Derzeit prüft die Landesregierung, inwieweit ein Erwerb des Schlosses Grafeneck möglich ist.
Für Cindy Holmberg sind Touren wie diese auch eine gute Gelegenheit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. "Am allerbesten ist, wenn man gemeinsam was erlebt, wenn man gemeinsam lernen kann, weil dort Gedanken angeregt werden und man vielleicht auch Probleme – ich auf jeden Fall – Probleme mitgeteilt bekomme, für die wir in der Gruppe, in einer vielfältigen Gruppe auch leichter Lösungen finden, weil irgendjemand hat immer noch mal eine gute Idee", so Holmberg.
Und mit hoffentlich vielen guten Ideen geht es dann in den wohlverdienten Sommerurlaub.
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