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Bis spätestens 2040: Zeitplan für Elektrifizierung der Zollern-Alb-Bahn steht

Wenn 2031 der Durchgangsbahnhof Stuttgart 21 eröffnet wird, ist es für den Zollernalbkreis und den südlichen Landkreis Tübingen erst mal vorbei mit der umstiegsfreien Fahrt in die Landeshauptstadt. Denn Dieselloks dürfen in den neuen Tiefbahnhof nicht einfahren. Die Zollern-Alb-Bahn, also die Bahnstrecke von Tübingen über Balingen und Albstadt nach Sigmaringen, muss elektrifiziert und ertüchtigt werden, damit in Zukunft die Fahrt nach Stuttgart stündlich möglich ist und damit die Regional-Stadtbahn dort halbstündlich Tübingen und Reutlingen mit dem Zollernalbkreis verbinden kann. Jetzt stehen der Zeitplan und der Kostenrahmen.

So sieht die Zollern-Alb-Bahn heute aus: Ohne Oberleitung, nur Dieselloks können hier fahren, und die Eingleisigkeit sorgt für Verspätungen, die Signaltechnik ist veraltet. Soll hier jede halbe Stunde die Regional-Stadtbahn verkehren, muss einiges passieren. 

Und es passiert auch einiges. Allerdings vorerst in geschlossenen Räumen wie hier im Landratsamt in Balingen. Dort kamen am Mittwoch-Nachmittag Vertreter von Regional-Stadtbahn, Deutscher Bahn, Landesverkehrsministerium und der beteiligten Landkreise zusammen, um die Ergebnisse ihrer Beratungen vorzustellen.

"Wir haben heute einen ganz entscheidenden Tag,", so Eugen Höschele, Vorsitzender des Zweckverbands Regional-Stadtbahn Neckar-Alb. "Wir können jetzt präsentieren eine Vereinbarung, die jetzt noch beraten werden muss, die beschlossen werden muss von den Gremien, aber wir haben eine Grundlage mit der Deutschen Bahn mit der DB InfraGo."

Und so sieht sie aus: Die Strecke Tübingen – Sigmaringen wird in vier Bauabschnitte eingeteilt. Die Baustelle wandert von Nord nach Süd, so dass die Strecke von Tübingen nach Hechingen zuerst fertiggestellt ist. Prof. Tobias Bernecker, Geschäftsführer des Zweckverbands Regional-Stadtbahn Neckar-Alb: "Der Zeitplan kennt zwei Szenarien: ein Basisszenario und ein Chancenszenario, und je nach Szenario beginnt die Inbetriebnahme der elektrifizierten und modernisierten Zollern-Alb-Bahn zwischen 2036 und 2038, und je nach Szenario ist dann Sigmaringen zwischen 2038 bis spätestens 2040 erreicht."

Es vergeht also noch viel Zeit, bis gebaut werden kann. Denn das Planfeststellungsverfahren kommt erst noch. Doch zuvor muss die Vereinbarung erst durch die Gremien der beteiligten Landkreise und des Zweckverbands. Erst dann kann der Vertrag mit der Bahn geschlossen werden. 

Der Tübinger Landrat Dr. Hendrik Bednarz mahnt: Man müsse sich beeilen und möglichst schnell konkret werden. "Im Moment haben wir vor allem Planungen bis zur Leistungsphase 2, auf Planungen fährt aber kein Zug. Und wir müssen dringend in den Status kommen, dass wir konkrete Bauprojekte auf der Zollern-Alb-Bahn auch in Tübingen anstoßen, Spatenstiche feiern können", so Bednarz

Sind die Spatenstiche erst mal gefeiert, heißt das in den späten 2030er Jahren für die Fahrgäste jahrelange Streckensperrungen. Vor allem die Sigmaringer werden auf eine harte Geduldsprobe gestellt. "Dann wird es immer einen Abschnitt der Zollern-Alb-Bahn geben müssen, der gesperrt ist, dort wird es einen Ersatzverkehr mit Bussen während der Bauzeit geben, nördlich davon wird bereits die elektrifizierte Zollern-Alb-Bahn betrieben, südlich davon wird es einen Betrieb mit Dieselfahrzeugen während der Bauzeit geben", so Bernecker.

Zwischen einem und drei Jahren soll die Streckensperrung pro Bauabschnitt dauern. Die Gesamtkosten liegen für die Strecke Tübingen – Albstadt bei 1,5 Milliarden Euro. Für die Strecke Albstadt – Sigmaringen kommen noch mal 200 Millionen obendrauf. Die Kosten trägt voraussichtlich zu drei Vierteln der Bund, vom restlichen Viertel zahlt das Land die Hälfte.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 18.06.26 - 15:15 Uhr   -   174 mal angesehen)

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