Anbau der Universitätsfrauenklinik soll 2028 eingeweiht werden
Im Newsweek-Ranking thront sie aktuell auf dem vierten Platz der weltbesten Einrichtungen für Gynäkologie und Geburtshilfe. Die Frauenklinik am Universitätsklinikum Tübingen genießt eine Vorreiterstellung und ist laut Baubürgermeister Cord Soehlke der Grund dafür, warum auf den Geburtsurkunden so vieler Menschen von der Region Neckar-Alb bis in den Schwarzwald die Universitätsstadt als Geburtsort steht. Die hohe Nachfrage forderte einen Anbau an das bereits bestehende Klinikum. Am Freitagnachmittag war Grundsteinlegung.
Eine aktuelle Tageszeitung, Vertrag und Baupläne und einige Münzen beinhalten die meisten Zeitkapseln, die bei einer Grundsteinlegung in das Fundament des Neubaus eingemauert werden. So auch in Tübingen. Nachdem im Vorfeld einige Herausforderungen gemeistert werden mussten, blicken die Verantwortlichen nun optimistisch in die Zukunft.
44 Millionen Euro investiert das Land Baden-Württemberg in den Anbau der Universitätsfrauenklinik. "Zum einen ist Frauenmedizin immer wichtiger", begründet Petra Olschowski (B90/Grüne), Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. "Wir wissen heute, dass viele medizinische Erfolge abhängig sind von vielen Faktoren, auch vom Geschlecht. Und die Forschung kommt deutlich voran, und das ist wichtig." Aber es gehe eben auch um eine stärkere ambulante Betreuung. "Und nicht zuletzt spielen auch Alterskrankheiten von Frauen auf die lange Sicht eine Rolle. Und all dafür braucht es diese neuen Angebote an einem neuen Ort."
Wie in der Onkologie beispielsweise sei es auch in der Geburtshilfe nötig, Behandlungen zu zentralisieren, weil die Expertise gebündelt an einem Ort viel bewirken könne. So soll das neue Gebäude auch ein Kinderwunschzentrum beherbergen sowie integrierte Patientenversorgungsstationen.Prof. Dr. med. Sara Brucker, Ärztliche Direktorin der Universitäts-Frauenklinik, erklärt: "Wir haben uns ganz stark daran orientiert, wie Patientinnen möglichst schnell und auch effektiv versorgt werden können. Da hat sich das gut gemacht, dass wir hier mit dem Parkhaus, mit dem Hintereingang der Frauenklinik, eine direkte Anbindung haben: vom Ultraschall einer Frühschwangerschaft beispielsweise, bis wir dann direkt im Kreißsaal sind. Das ist alles auf einer Ebene, wir brauchen keine Aufzüge und so weiter."
Jedoch soll der Anbau nicht nur durch seinen Inhalt beeindrucken. Es ist der erste Unikllinikbau in Holzbauweise, wodurch es gleichzeitig möglich ist, die Klimastandards einzuhalten und dem Gebäude eine andere Atmosphäre zu geben. Brucker findet besonders die Art der Architektur spannend, "mit dem lichtdurchfluteten Innenhof und die Kombination der Örtlichkeit, die ja schon ein Parkambiente hat, mit einem denkmalgeschützten Teil." Der innovative Holzbau barg einige Herausforderungen wie Brandschutz und Hygiene. Und auch der Anbau an das denkmalgeschützte Bestandsgebäude ist nicht ganz ohne, das im Sinne der Patientenpfade mit angepasst werden muss. Wenn alles nach Plan läuft, kann der Anbau der Frauenklinik bereits 2028 eingeweiht werden.
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