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Wurmlingen

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Wurmlinger Pfingstritt - David Wolf schnappt sich den Maien

Wenn königliches Gefolge, hoch zu Ross, durch die Straßen von Wurmlingen zieht, dann kann das nur eines bedeuten: Es ist Pfingsten. Denn alle zwei Jahre fröhnen die jungen Dorfbewohner einem ganz besonderen Vergnügen - sie schwingen sich auf die Pferde und reiten um den Maien. Bis heute wird die alt überlieferte Tradition des Pfingstritts, dessen Ursprünge vielleicht sogar bis ins Mittelalter zurückreichen, in der 3800-Seelengemeinde gepflegt und hochgehalten.

Ein wenig ungewöhnlich mutet er schon an, der Schmuck der grünen Birke. Und auch seine historische Überlieferung darf angezweifelt werden. Nichts destotrotz oder vielleicht gerade deswegen ist sie das Objekt der Begierde, um das sich dieses Mal die jungen Männer der Geburtsjahrgänge 1999 und 2000 bemüht haben.

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Denn wer den Maien erobert, dem fliegen für gewöhnlich auch die Herzen der Damen zu. Aber dafür wird den jungen Herren auch einiges abverlangt.

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Organisator Udo Brunnenmiller erklärt, dass die jungen Herren als Vorbereitung auf den Pfingstritt  über zwei Jahre Reitstunden nehmen, da sie zuvor noch nie auf einem Pferd gesessen hätten. Die von den Teilnehmern vollbrachte Leistung bewundert Brunnenmiller. Zu bewältigen ist folgendes Szenario: Im gestreckten Galopp preschen die Reiter auf den Maien zu, versuchen ihn zu greifen und mit sich zu ziehen. Das gelingt nicht immer im ersten Anlauf, doch David Wolf hängt sich rein und erwischt das Bäumchen – dafür muss er allerdings auch einige Blessuren einstecken. Das scheint es den Teilnehmern aber alle Mal Wert zu sein.

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Der Pfingstritt-Gewinner David Wolf  war sehr erfreut , dass er es geschafft hatte, den Baum zu holen. Das Gefühl in der Gemeinschaft loszugallopieren sei unglaublich, berichtetete Wolf. Der Sieg durfte ordentlich gefeiert werden. Auf die Damenwelt wirkte der  buntgeschmückte Baum ganz unzweifelhaft sehr anziehend – sehr zur Freude seines Besitzers. Udo Brunnenmiller meinte, so viel Körpereinsatz beim ergattern des Baumes sei einmalig.

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Jetzt mag sich der ein oder andere vielleicht über die schwarze Farbe im Gesicht des Siegers wundern – David Wolf war die Rolle des \"Mohrenkönigs\" zugefallen – eine Figur, die ihren Ursprung wohl in den Türkenkriegen oder der römischen Heerschau hat. Überhaupt sind viele der unterschiedlichen Charaktere wohl im militärischen Umfeld des acht-zehnten Jahrhunderts angesiedelt – seit 1852 ist die Tradition des Pfingstritts in Wurmlingen schließlich belegt. Nicht aus diesem Millieu stammt der ganz in Laub gehüllte Pfingstbutz, der eine Personifikation des Winters und eine der ältesten Figur des Schauspiels ist. Mit seiner Enthauptung durch den Henker kann der Sommer mit all seiner Fruchtbarkeit und Fülle endgültig Einzug halten. Die genaue Bedeutung der Rituale und Traditionen beim Wurmlinger Pfingstritt wird wahrscheinlich aber nie ganz geklärt werden.


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