RTF.1 - Radio für die Region Neckar-Alb

Region Neckar-Alb bei Nacht Region Neckar-Alb bei Tag

Webradio hören Winamp, iTunes Windows Media Player Real Player QuickTime

"Raus aus den Policen"

Foto: pixabay.com
Ex-Manager warnt vor einem Crash der Lebensversicherungen

Ein langjähriger Versicherungsmanager ruft die Deutschen dazu auf, ihre Lebensversicherungen zu kündigen. "Raus aus den Policen!", sagt Sven Enger in einem Gespräch mit dem Magazin stern, es drohe ein "Crash" der Lebensversicherung und eine "massenhaften Kapitalvernichtung".

Enger hat 23 Jahre lang in der Branche gearbeitet, zuerst beim Deutschen Ring, später war er Vertriebsdirektor bei Delta Lloyd, Vorstand der Skandia Lebensversicherung und Deutschland-Geschäftsführer von Standard Life. In einem Buch ("Alt, arm und abezockt"), das am 12. Januar erscheint, rechnet er nun mit Vertretern und Vorständen ab.

Für seine düstere Prognose sieht Enger zahlreiche Anzeichen: Viele Firmen hätten den Vertrieb von klassischen Lebensversicherungen ganz eingestellt. Millionen Policen sollten durch den Verkauf an Abwicklungsfirmen kalt entsorgt werden. "Die Sparer landen hier auf der Müllkippe der Versicherungsindustrie", so der Ex-Manager. Vor allem aber: "Die einst versprochenen Renditen lösen sich in Luft auf." In Prognoserechnungen seien beim Versicherungsabschluss einst Überschussbeteiligungen von sechs, sieben oder acht Prozent in Aussicht gestellt worden. "Das ist alles nicht mehr haltbar", sagt Enger. Inzwischen ist die durchschnittliche Verzinsung von Lebensversicherungen auf rund 2,5 Prozent gefallen. Enger erwartet, dass viele Unternehmen auch den Garantiezins, der für ältere Verträge zum Teil noch bei vier Prozent liebt, nicht mehr erwirtschaften können. Wenn es hart auf hart komme, könne die Finanzaufsicht die Verzinsung herabsetzen. "Für einige Firmen wird der Absturz nicht abzuwenden sein", so der Ex-Manager wörtlich. Die Auffanggesellschaft Protektor sei überfordert, wenn ein großes Unternehmen in die Knie gehe.

Scharfe Kritik übte Enger an seinen ehemaligen Manager-Kollegen: "Alle haben gesehen, was auf die Branche zukommt, und doch hat kaum einer reagiert." Dem Problem der sinkenden Überschussbeteiligungen habe man sich nicht gestellt, die Kosten nicht verringert, vor allem nicht die für den Vertrieb. Es sei alle immer weiter nach dem Motto gelaufen: "Ich hole rein, was geht, ich bin neugeschäftsgeil". Es seien "extreme Belohnungen" gegeben worden, die letztlich von den Beiträgen der Kunden bezahlt worden seien. Versicherungsleute hätten sich etwa damit gebrüstet, "dass man den kompletten Champagner-Vorrat eines Kreuzfahrtschiffes ausgetrunken habe". Er selbst sei erst spät ins Nachdenken gekommen: "Heute fühle ich nicht wohl damit, was alles mit den Kundengeldern passiert ist."


Nachrichten aus der Region Neckar-Alb

Foto: pixabay.com
Reise- und Linienbusse werden sicherer Die technische Sicherheit von Bussen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Das zeigen die Ergebnisse des "TÜV Bus-Reports 2018". Die TÜV-Prüfer haben bei 12,2 Prozent aller bei der Hauptuntersuchung begutachteten Reise- und Linienbusse "geringe Mängel" und bei 15,3 Prozent "erhebliche Mängel" festgestellt.
Foto: pixelio.de - Uwe Schlick Foto: pixelio.de - Uwe Schlick
Gerechtigkeit in Deutschland? Bevölkerung ist zwiegespalten Wie gerecht geht es zu in Deutschland? Darüber ist die Meinung deutlich geteilt: 51 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren empfinden die Situation als eher gerecht, während 46 Prozent sie als eher ungerecht wahrnehmen. Die übrigen 3 Prozent sind unentschlossen. Knapp zwei Drittel der Bevölkerung fühlen sich in unserer Gesellschaft persönlich angemessen behandelt. Während jeder Zehnte sich selbst sogar als bevorzugt einstuft, fühlt sich jeder Fünfte benachteiligt.
Foto: Pixabay.com
NABU fordert rasche Antriebswende bei Lkw Zum Start der IAA-Nutzfahrzeuge in Hannover fordert der NABU strenge CO2-Grenzwerte auch für Lkw. Angesichts des wachsenden Straßengüterverkehrs sei neben Effizienzsteigerungen zudem ein beschleunigter Umstieg auf elektrifizierte Antriebe auf Basis erneuerbarer Energien dringend nötig. So müssten die Hersteller verstärkt auf Alternativen zum Verbrennungsmotor setzen und Lkw anbieten, die mit Oberleitungen, Wasserstoff oder Batterien betrieben werden.

Weitere Meldungen