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Baden-Württemberg

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Kliniken sollen Ausstoß klimaschädlicher Narkosegase reduzieren - Zustimmung von Anästhesisten

Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) will die Umweltbelastung durch medizinische Narkosegase reduzieren. Der Ausstoß der Krankenhäuser soll reduziert werden. Zuspruch kommt vom Berufsverband der Anästhesisten.

Ministerin Theresia Bauer will am kommenden Dienstag (21. Juli) im Kabinett ihren Plan vorstellen, medizinische Narkosegase aus der Abluft von Krankenhäusern zu filtern. Sie gelten als Klimakiller. 

Die deutschen Anästhesisten fühlen sich bestärkt: Schon vor Jahren hatten sie nach eigenen Angaben eine Initiative zur Reduzierung von Narkosegasen in der Umwelt gestartet. 

"Wir freuen uns über die inhaltliche Unterstützung der Ministerin", sagt Professor Götz Geldner, Präsident des "Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten" und gleichzeitig Anästhesie-Klinikchef im baden-württembergischen Ludwigsburg. "Es ist Zeit, auch in diesem Bereich in verstärktem Maße zur Reduzierung schädlicher Emissionen beizutragen. Diesen Gedanken verfolgen wir Anästhesisten schon seit mehreren Jahren durch Untersuchungen und in Arbeitsgruppen. Und einige Anästhesie-Kliniken haben auch schon gehandelt."

Wie die Tageszeitung "taz" schreibt, habe Wissenschaftsministerin Bauer die fünf Unikliniken in Baden-Württemberg aufgefordert, Maßnahmen zum Ersatz der klimaschädlichen Narkosegase oder zum Filtern und Recyceln zu treffen. Durch die Maßnahmen könne kurzfristig und ohne hohe Kosten ein relevanter Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Baden-Württemberg rechne für alle rund 200 Kliniken im Land mit Kosten von etwa 500.000 Euro.

Schon vor zwei Jahren haben der "Berufsverband Deutscher Anästhesisten" (BDA) und die "Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin" (DGAI) ein Positionspapier zur "Ökologische Nachhaltigkeit in der Anästhesiologie und Intensivmedizin" veröffentlicht. Darin zu finden sind zahlreiche Appelle unter anderem zur Reduzierung von Narkosegasen, zur Vermeidung von Abfall im Operationssaal und zum bedachteren Umgang mit Energie. Aus einer Kommission haben die Verbände inzwischen ein Mitgliederforum gemacht, in dem alle möglichen Schritte diskutiert und weiterentwickelt werden.

Narkosegase vermeiden, auffangen, wiederverwenden 

Zur Verwendung von Narkosegasen schreiben die Expertinnen und Experten in dem Gutachten von 2020: Durch den Verzicht auf das Narkosegas Desfluran könnten allein 67 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen einer Anästhesie-Abteilung vermieden werden. Schon bald stünden auch Vorrichtungen zur Verfügung, mit denen Narkosegase aufgefangen und sogar wiederverwendet werden könnten. Außerdem sollte zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen immer die Narkosegabe über die Vene gewählt werden, wenn dies medizinisch angemessen sei.

"Wir werden jetzt verstärkt das Gespräch mit den Behörden und der Politik suchen, um diese Vorschläge umzusetzen", erklärt Professor Geldner. "Um diesen Prozess zu unterstützen haben die deutschen Anästhesiologen vor wenigen Jahren eine Kommission gebildet, deren Aufgabe es ist, die Nachhaltigkeit in der Anästhesiologie auf allen Ebenen zu verbessern, sowohl im Krankenhaus als auch in den Praxen", führt Professor Frank Wappler, Präsident der "Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin" aus.

Die Anästhesisten seien gerne bereit, bessere Verfahren und technische Lösungen zur Schonung der Umwelt mitzuentwickeln und in die Operationssäle und Praxen einzuführen. Gleichzeitig hofften die Narkoseärzte aber auch darauf, dass die Ausgaben für die Kliniken für die Umstellung von den Kostenträgern aufgefangen werden.

(Zuletzt geändert: Montag, 20.06.22 - 14:49 Uhr   -   627 mal angesehen)

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