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Baden-Württemberg

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Mehr Windkraft: Land setzt auf Task Force Erneuerbare Energien

Die baden-württembergische Landesregierung will den Ausbau erneuerbarer Energien radikal beschleunigen. Zu diesem Zweck hat der Ministerrat am heutigen Dienstag eine Task Force eingerichtet: Ihr Ziel ist es, die Dauer der Genehmigungsverfahren vor allem bei Windkraftanlagen, im Vergleich zu heute mindestens zu halbieren.

Ein ehrgeiziges Ziel hat sich das Land Baden-Württemberg gesetzt: Spätestens 2040 will man klimaneutral sein. Das geht nur mit einem massiven Ausbau der erneuerbaren Energien. Vor allem bei der Windkraft ist noch viel Luft nach oben, was die Anzahl der Anlagen angeht. Doch das Genehmigungsverfahren dauert derzeit bis zu sieben Jahre. Viel zu lang. „Ziel ist mindestens eine Halbierung dieser Zeit", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Und das ist klar: Das geht nicht nur durch Optimierung bestehender Verfahren."

Die Verfahren sollen radikal verändert werden. Und zwar durch weniger Bürokratie. Dabei soll alles auf den Prüfstand. Wie derartige Verfahren in Zukunft aussehen könnten, soll die Task Force ausloten. Auch um neue Flächen wird es gehen. An oberster Stelle steht dabei der Staatsforst. Denn dort ist der Zugriff für das Land am einfachsten.

„Dann haben wir auch solche Fragen wie regionale Grünzüge, Landschaftsschutzgebiete. Auch da soll geprüft werden, ob wir nicht da generell den Ausbau der Erneuerbaren auf diesen Flächen ermöglichen", sagte Umweltministerin Thekla Walker. „Das ist zum Teil heute schon mit Ausnahmegenehmigungen möglich", aber auch hier dauern die Verfahren zu lang. Deshalb müssen sie auch in Bezug auf Natur- und Artenschutz schneller werden. Im Mittelpunkt soll nicht der Schutz des einzelnen Tiers stehen sondern der Schutz der jeweiligen Populationen. Hier sei man im Gespräch mit den Naturschutzverbänden.

„Wir werden nicht jedes einzelne Tier schützen können", so Walker. „Damit haben aber jetzt die Naturschutzverbände kein Problem. Das ist nicht der Punkt, dass wir da einen Dissens hätten."

Der Naturschutzbund NABU mahnt indes, die Task Force müsse sich um einen besseren Artenschutz kümmern. Das Land müsse die besten Standorte für Windenergie nutzen und zugleich auch Rückzugsräume für gefährdete Arten erhalten.

Bessere Organisation der Verfahren, mehr Flächen und beschleunigte Genehmigungsprozesse bei Natur- und Artenschutz – das sind die drei Ziele der Task Force. Noch vor Weihnachten soll die Organisationsstruktur geklärt sein.

(Zuletzt geändert: Dienstag, 26.10.21 - 16:17 Uhr   -   714 mal angesehen)

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