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Reutlingen

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Erste Dieselnachrüstung

Wer kann sich noch an den Diesel- und Abgasskandal aus dem Jahr 2015 erinnern? Im Autohaus Lichtenstein, im Landkreis Reutlingen, erfolgte nun die erste Probe-Nachrüstung eines Fahrzeugs des VW-Konzerns.

Grund für die Nachrüstungen ist, dass die Euro 5 Diesel die festgelegten Abgasgrenzwerte nicht einhalten konnten und durch das Fahrverbot in Stuttgart, jetzt nicht mehr fahren dürfen. Medienberichten zufolge nutzten der VW-Konzern und andere Automobilhersteller damals eine nicht erlaubte Abschaltvorrichtung, damit die Autos vorgeblich die Grenzwerte einhielten.

Durch die Nachrüstung soll erreicht werden, dass die Autos weiterhin in großen Städten gefahren werden können, so Peter Kurr, Pressesprecher der KFZ-Innung Reutlingen/ Tübingen und Inhaber des Autohauses in Lichtenstein. Zudem habe die Umrüstung auch noch weitere Vorteile. So steige der Werterhalt des Fahrzeugs und es ergebe sich ein Nutzen für die Umweltbilanz. Wenn nachgerüstet werde, müsse kein neues Auto produziert werden, die Abfälle und Belastungen bei der Produktion könnten also vermieden werden, erklärt Kurr weiter.

Doch wie viel kostet es eigentlich, sein Auto nachrüsten zu lassen? Peter Kurr erklärt, dass bisher zwei Automobilhersteller die Umrüstungen in sogenannten Intensivregionen, also Regionen mit hohen Schadstoffwerten, fördern würden. Die Kosten der Nachrüstung würden sich einem Betrag zwischen 2.500 Euro und 4.000 Euro annähern, da dieser Umbau sehr komplex und aufwendig sei. Insgesamt fördere bisher die Daimler- und VW-AG den Umbau aktiv und  beteilige sich mit 3.000 Euro an der Nachrüstung. Für den Kunden bliebe dann oftmals ein Betrag von knapp unter 1.000 Euro übrig, fasste der Pressesprecher der KFZ-Innung zusammen.

Die Firma Twintec/ Baumot hat eine Technik entwickelt, bei der die Harnstofflösung „Ad Blue" in den Abgasstrang des Motors eingespritzt wird.

Die Lösung sei sehr wasserhaltig und sorge durch eine chemische Reaktion dafür, dass die Stickoxide des Diesels gekoppelt würden, so Ibrahim Kahraman, Vertriebsleiter von Twintec/ Baumot. Durch diese Kopplung könne der Stickoxidausstoß des Fahrzeugs reduziert und somit die Abgasgrenzwerte eingehalten werden. Diese Art der Hardwarenachrüstung sei momentan die einzige Lösung, resümiert Kahraman weiter.

Warum aber hat es so lange gedauert, dass die Technik zum Einsatz kommt? Der Vertriebsleiter der Firma Twintec/ Baumot hat auch hierfür eine Antwort parat und sieht die Gründe hauptsächlich auf der Seite der Politik. Die ABE, die technische Zulassung des Kraftfahrtbundesamts habe sich verzögert und somit habe es gedauert, bis das Unternehmen eine Zulassung für seine Systeme erhalten habe. Die Nachrüstungs-Hardware sei nun seit Anfang des Jahres verfügbar.

Da der Einbau des Systems trotz Förderung nicht ganz billig ist, ist es für viele Kunden auch von Interesse, wann und ob die Hardware gewartet werden muss.

Kahraman kann hier beruhigen und betont, dass das System wartungsfrei sei. Einzig die Harnstofflösung "Ad-Blue" müsse nachgefüllt werden, das müsse allerdings auch bei den normalen serienmäßigen Euro-6-Fahrzeugen gemacht werden. "Ad-Blue" sei ausreichend für knapp 15.000 Kilometer und an jeder Tankstelle erhältlich.

Abschließend betont Kahraman, dass die Kunden mit der Ad-Blue Ausstattung für die nächsten Jahre gewappnet seien und es darüber hinaus eine Garantielaufzeit von zwei Jahren für den Einbau gebe.

(Zuletzt geändert: Samstag, 01.08.20 - 17:26 Uhr   -   699 mal angesehen)

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