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Erste Hilfe bei Kindern

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Jeder Zweite hat Angst, seinem Kind im Notfall nicht helfen zu können

Bei der Behandlung von schweren Verletzungen oder Vergiftungen zählt jede Sekunde, das gilt vor allem bei Kindern. Eltern tragen deshalb eine große Verantwortung. Erschreckend aber: 50 Prozent befürchten, dass sie ihrem Kind im medizinischen Notfall nicht helfen können, und 45 Prozent fehlt nach eigenen Angaben das Wissen, wie man Erste Hilfe bei einem Kind leistet.

Kritisch ist die Situation vor allem für die 4- bis 7-Jährigen: 73 Prozent der befragten Eltern gaben an, dass sie Kindern in dieser besonders lebhaften Altersgruppe nicht die nötige Erstversorgung zukommen lassen können. Das fehlende Wissen zur Ersten Hilfe sollte nach Meinung der Eltern deshalb verpflichtend sein. 86 Prozent sprechen sich dafür aus, dass alle werdenden Eltern Schulungen in Erster Hilfe bei Säuglingen und Kleinkindern erhalten sollten. Das ergab eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage der Schwenninger Krankenkasse mit Sitz in Villingen-Schwenningen. Befragt wurden mehr als 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren mit Kindern.

Erste-Hilfe-Kurse für werdende Eltern

"Ein Erste-Hilfe-Kurs speziell für werdende Eltern ist sinnvoll", bestätigt auch Dr. Tanja Katrin Hantke, Gesundheitsexpertin der Schwenninger Krankenkasse. Kinder seien keine kleinen Erwachsenen, sondern müssten entsprechend ihres Alters behandelt werden. "Sie sind von Natur aus neugierig und geraten deshalb oft in Gefahr: Vor allem Verbrennungen und Vergiftungen sind klassische Kinder-Notfälle. Eltern müssen darauf schnell und besonnen reagieren - und gleichzeitig auf die empfindlichen Patienten Rücksicht nehmen", so Hantke.

Nur ein Viertel der Befragten hat jedoch in den vergangenen drei Jahren einen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder absolviert. "Im Ernstfall nicht zu wissen, wie man seinem Kind helfen kann, ist das Albtraumszenario aller Eltern", sagt Hantke. In den Erste-Hilfe-Kursen vermitteln Rettungsprofis die wichtigsten Grundlagen und Nothilfemaßnahmen, zudem werden Tipps gegeben, wie mögliche Gefahrensituationen von vornherein vermieden werden. Denn ideal ist es, wenn der Notfall erst gar nicht eintritt. "Mit etwas Vorbereitung lassen sich viele Kinderunfälle vermeiden", weiß Hantke.

Kinder können Gefahren noch nicht einschätzen

Eltern sollten wachsam sein und sich immer wieder vergegenwärtigen: Kleine Kinder können Gefahren noch nicht richtig einschätzen und 'ertasten' vieles mit dem Mund. "So entsteht schnell ein Gefährdungspotenzial", so Hantke. "Für Erwachsene harmlose Alltagsgegenstände können, wenn sie von einem Kind verschluckt oder falsch benutzt werden, lebensgefährlich sein." Die Expertin rät Eltern deshalb, einen Kurs zu absolvieren.


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