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Tübingen

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Ausstellung "Comeback" in der Tübinger Kunsthalle

Alles kommt irgendwann wieder - denn irgendwann ist alles wieder Trend und in Mode. Damit es sich trotzdem schick und neu anfühlt, nennt man es kurzer Hand "Retro" oder "Vintage". In der Kunst ist das nicht nötig. Die alten Meister bedürfen keiner aufgestülpten Verjüngungskur - oder vielleicht doch? Als stolze Vorbilder und Inspiration für Künstler der Gegenwart feiern sie jetzt ihr "Comeback", in der gleichnamigen Ausstellung in der Tübinger Kunsthalle.

Das kenn ich doch irgendwoher! Aber sah das nicht eigentlich irgendwie anders aus?" Rembrandt in Neu. Auch Cranachs Lucretia ist – mittlerweile tätowiert – im 21. Jahrhundert angekommen. Ihre düsteren Gedanken jedoch sind geblieben. Die Direktorin der Tübinger Kunsthalle erklärte:

"Die Strategien um alte Meister für die Gegenwart wiederzubeleben, oder wie Marco Schinwald, ein beteiligter Künstler sagt "Ihnen eine Bypass für die Gegenwart zu geben", seien ganz unterschiedlich.

Da wird Hironymus Boschs "Garten der Lüste" entleert, bis sich der Betrachter ohne die menschliche und tierische Staffage auf den Bildraum, den eigentlichen Ort der Handlung, konzentrieren kann. Es wird hinzugefügt, was vorher nicht da war oder ein Gemälde einfach in moderner Interpretation nachgestellt. Doch wie "verfremdet" es auch sein mag – es ist nicht nur der kundige Blick, der es dennoch zu erkennen vermag. Und genau das ist es, worauf es Künstler Slawomir Elsner ankommt. Der Künstler erklärt die Inspiration hinter seiner Kunst wie folgt:

" Die Inspiration kam im öffentlichen Raum, durch abplatzende Fassaden oder abgerissene Plakatwände, wo ich zum Beispiel an der Bushaltestelle saß und etwas gesehen hab und das sieht immer sehr ästhetisch aus, also schön oder nicht, es hat immer so eine gewisse Ästhetik, also das war so die Ursprungsidee."

Die Menschen aufmerksam machen, auf die Geschehnisse um sie herum, das Ziel. Politische und gesellschaftskritische Botschaften – noch heute weit verbreitet in der Kunst.

Aber während die erste "künstlerische Retrowelle" in den siebziger Jahren die alten Meister noch mit ihrer klaren Kulturkritik überrollte, scheint der Umgang vieler Künstler mit den "Klassikern" heute ein anderer,  auch der mit  anderen Kunstformen – angepasst an eine multimediale Zeit, wie sie die "Alten Meister" noch nicht kannten.

Ob diese wohl entsetzt wären, was aus ihren Schöpfungen geworden ist? Kunsthallenleiterin Fritz glaubt, dass die "Alten Meister" sehr viel Respekt vor den kreativen Neuschöpfungen der Gegenwartskünstler gehabt hätten. 

Ausgangspunkt für dieses Werk von Liane Lang, in dem sich Adolph Menzels Kunstwerk "Atelierwand" von 1872 widerspiegelt, war eine simple Postkarte.

Lang erzählte: "Ich hab diese Postkarte von diesem Menzelbild schon als Teenager mal irgendwann im Museumsshop gekauft und die immer mit umgezogen – ich wohne seit 20 Jahren in London – und irgendwann kam mal so der Moment, wo ich gesehen habe, dass mein eigenes Atelier auch so viele von diesen Casts, von diesen Abgüssen hat."

An der Wand "alte Bekannte" der Künstlerin, neu und brandaktuell jedoch der Titel der Wandinstalation. dieser lautet nämlich "Wer' re all in this together" die Installation entstand im Kontext des Brexit. Für die in England wohnhafte Künstlerin, bedeutet der Titel übersetzt : "Wir sind alle zusammen in der gleichen Suppe."

Alte Meister direkt am Puls der Zeit und mit dem Finger in den Wunden der heutigen Gesellschaft oder losgelöst von den eigentlichen Sehgewohnheiten des Betrachters in Szene gesetzt.


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