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Baden-Württemberg

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Kultur entdecken - Neues Konzept des Landes vereint Keltenstetten

Die Kelten gelten als die erste historisch erwähnte Kulturgruppe nördlich der Alpen und stehen damit am Anfang der schriftlichen Geschichte Mitteleuropas. Bei uns in Baden-Württemberg liegen einige der bedeutendsten Fundstätten. Diese Orte sollen jetzt in ihrer Bedeutung unterstützt werden. Dazu hat der Ministerrat am Dienstag den Startschuss für die Entwicklung eines neuen Kulturkonzepts gegeben.

Bereits im 7. und 6. Jahrhundert vor Christus entstanden die keltischen Kulturen zwischen der französischen Region Burgund und Württemberg. Von hier aus verbreiteten sie sich über ganz Europa. Dadurch, so Kunsttaatssekretärin Petra Olschowski, werde deutlich, dass schon vor mehr als 2000 Jahren in den unterschiedlichen Kulturstämmen die Grundlagen für ein gemeinsames Europa gelegt worden seien. Dieses kulturelle Erbe präge uns bis heute.

Zuwanderung und Abwanderung, sowie Mobilität sollen die Kelten schon gekannt haben – Schriftliche Daten gibt es aber kaum. Umso interessanter sind die künstlerischen Objekte und Fundorte.

Einer davon: Der Heidengraben bei Grabenstetten im Landkreis Reutlingen. Er entstand in der spätkeltischen Zeit und ist dafür ein wichtiger Ort. Vor allen Dingen ist er ein riesiges Oppidum, ein ursprüngliches Zufluchtsgelände, das durch große Hügel und Landschaften markiert wird.

Neben dem Heidengraben sind einige weitere Standorte zum Beispiel der Ipf bei Bopfingen oder auch die Heuneburg bei Herbertingen. Man nehme an, dass die Stadt Pyrene, die der antike griechische Geschichtsschreiber Herodot nannte dort gewesen sei, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Herodot lokalisierte eine an der Donau gelegene Stadt. Sollte die Heuneburg mit dieser identisch sein, wäre sie damit die älteste historisch erwähnte Stadt nördlich der Alpen. Das neue Konzept soll alle bedeutenden Kulturstätten der Kelten in Baden-Württemberg verbinden und zugänglich machen.

Dazu hat der Ministerrat am Dienstag den Grundsatzbeschluss gefasst und eine interministerielle Arbeisgruppe gegründet. Das Wirtschaftsministerium ressortiere den Denkmalschutz und damit die Archäologie, das Europa- und Justizministerium den Tourismus und die Federführung liege beim Wissenschaftsministerium.

Mit dem Konzept sollen auch die Standorte, die abseits der üblichen Routen liegen, mehr ins Blickfeld rutschen. Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Vermittlung.

Heutzutage gebe es faszinierende neue Methoden um das kulturelle Erbe für jüngere und ältere Generationen attraktiver zu machen, erklärt Olschowski. Bereiche wie Augmentet Reality, Spiele oder Erlebnisorte sollen in Zukunft eine Rolle an den Keltenstätten spielen. Diese sollen auch die Verbindung der Stätten, die über das ganze Land verteilt sind, schaffen.

Highlights setzen und Vielfalt zeigen sollen die Vermittlungsformen. Trotzdem ist dem Ministerium eines besonders wichtig: Im Ganzen soll es nicht nur um Spaß, sondern vor allem um die Entdeckung unserer Kultur gehen.


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