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Straßburg / Bremen

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Terroranschlag: Straßburg-Terrorist doch nicht in Bremen

12.12.2018: Der mutmaßlich islamistische Terrorist Cherif Chekatt, der gestern Abend bei einem Attentat auf den Straßburger Weihnachtsmarkt 3 Menschen ermordet hat, befindet sich doch nicht in Bremen. Dort wurde Medienberichten zufolge am Tag nach der Tat ein verdächtiges Taxi sichergestellt.

Die Chronologie der Ereignisse: Es war gegen 20 Uhr, als ein bewaffneter Mann über die Zufahrtstraße "pont du Corbeau", der Rabenbrücke,  den Bereich des Straßburger Weihnachtsmarktes im historischen Zentrum von Straßburg betrat. Mit einer Maschinenpistole schoss der Mann im Bereich der "Grad Rue" in die Menschenmenge. Passanten und Besucher flüchteten schreiend. Den Behörden zufolge wurden 2 Menschen getötet und 7 verletzt. Vier davon schwer.

"Allahu Akbar" schrie der Täter Augenzeugen zufolge. Offenbar ein islamistischer Terroranschlag. Davon geht mittlerweile auch die Pariser Staatsanwaltschaft aus. Der Islamist mordete und verletzte mit einem Maschinengewehr und einem Messer.

Eines der Opfer, ein Restaurantbesucher, wurde durch Schüsse ermordet, während er vor dem Restaurant auf seine Frau wartete. Sie war noch auf der Toilette; er hatte die Getränke bezahlt und wartete draußen.

ORF-Korrespondent Peter Fritz befand sich zum Zeitpunkt des Terroranschlags in Straßburg. Er twitterte: "Ich stehe neben einem Mann mit zwei Kopfschüssen, wir haben Wiederbelebung nach 45min eingestellt".

Sicherheitskräfte der Sentinel-Einheiten, die den Weihnachtsmarkt bewachten, und auf Patrouille waren, lieferten sich mit dem Angreifer ein Gefecht und verletzten ihn am linken Arm.  Der Anschlag hat sich Franceinfo zufolge "nur einen Steinwurf" vom Straßburger Weihnachtsmarkt entfernt ereignet. Seither ist der Attentäter auf Flucht. Zunächst zu Fuß. Später möglicherweise mit einem gestohlenen Taxi. 

Der Täter ist - so wird gegen 23 Uhr gemeldet -  ist mittlerweile identifiziert. Es handelt sich um Cherif Chekatt:Ein 29-jähriger, der bisher - so dei französischen Behörden am Tatabend - durch "allgemeine kriminelle Handlungen" aufgefallen sei.

Was sich hinter den "allgemeinen kriminellen Handlungen" verbirgt, wurde am darauffolgenden Mittwoch bekannt: Chakett wurde zuvor bereits in Deutschland und in Frankreich verurteilt: So vom Amtsgericht Singen wegen schweren Diebstahls.In Deutschland verbüßte er eine Gefängnisstrafe und kam danach wieder auf freien Fuß.

Chakett sei von den französischen  Behörden als Gefährder in der "S"-Kartei, der "Sicherheitskartei" geführt worden. Am Morgen vor dem Attentat hatte die Gendarmerie versucht, den Mann in seiner Wohnung zu verhaften - in Zusammenhang mit einem schweren Raubüberfall. Aber Chakett war nicht zuhause.Die Gendarmen fanden bei der Durchsuchung seiner Wohnung ein Granate. Einen halben Tag später tauchte der Mann - offenbar ein islamistischer Terrorist - am Straßburger Weihnachtsmarkt auf und eröffnete sein tödliches Feuer auf Besucher und Passanten.

Zunächst waren die Sicherheitsbehörden von einem Einzeltäter ausgegangen. Gegen 23 Uhr wurde dann aber  bekannt, dass eine zweite Polizei-Operation im Bereich Broglie-Platze im Gang ist. Die soll sich gegen eine zweite Person richten, offenbar einem Mittäter, der ebenfalls am  Anschlag beteiligt war.

Franceinfo berichtete, der Schütze sei noch immer aktiv: Überwachungskameras hätten gefilmt, wie ein Scharfschütze versucht habe, Polizisten zu erschießen. 

Berichten zufolge sollen gegen 22 Uhr,  mehr als anderthalb Stunden nach den ersten Schüssen, weitere Schüsse zu hören gewesen sein." Die französische Staatsanwaltschaft werde eine Untersuchung wegen Mord und versuchtem Mord "im Zusammenhang mit einem terroristischen Unternehmen und einer kriminellen terroristischen Vereinigung" einleiten. Das erfuhr der Figaro von der französischen Staatsanwaltschaft. Die Untersuchung wurde demzufolge der DGSI, dem SDAT und dem DIPJ Straßburg übertragen.

Der Täter sei noch nicht gefasst.  Straßburgs Oberbürgermeister rief die Straßburger auf, Ruhe zu bewahren. Die Stadtverwaltung forderte die Bürger auf, in ihren Häusern zu bleiben.  Der Präfekt der Region Grand-Est und Bas-Rhin rief am Tatabend via Twitter dazu auf, die Umgebung des "l´Hotel de Police" zu meiden. Auch in den Stadtteilen Neudorf und Etoile Park sollen die Menschen in den Häusern bleiben. Die ersten Meldungen wurden gegen 20:26 Uhr veröffentlicht.

Mittlerweile liegt auch der Bericht eines Augenzeugen vor: "Schussgeräusche in den Straßen von Straßburg", twittert Emmanuel Foulon, offenbar ein Mitarbeiter des Europaparlaments: "Panik in der Hauptstraße. Alle liegen im Restaurant.".

Der Täter sei noch auf der Flucht, heißt es immer wieder, den ganzen Abend lang. Le Monde zufolge wird - nach Informationen einer  Quelle bei der Polizei - gerade ein Sicherheitsbereich eingerichtet.

Nach ersten Angaben der Präfektur Bas-Rhin gehen die Behörden zunächst von einem Toten und 6 Verletzte. Frankreichs Staatspräsident Macron spricht später von 1 einem Toten und 8 Verletzten. Später sprechen die Behörden von mindestens 2 Toten und mindestens  11 Schwerstverletzten. Am nächsten Morgen heißt es: Drei Tote und mehrere Verletzte, davon schweben vier in Lebensgefahr. Eines der Opfer sei hirntot

Die Antiterrorabteilung der Pariser Staatsanwaltschaft prüft derzeit in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Straßburg die Situation, sagte ein Vertreter der Pariser Staatsanwaltschaft gegenüber Le Figaro.

"Wir müssen jedoch in diesem Stadium sehr vorsichtig bleiben", zitiert Le Monde einen Vertreter des Innenministeriums: " Wir wissen noch nicht, unter welchen Umständen diese Schüsse stattfinden." Zum jetzigen Zeitpunkt sei es noch nicht möglich zu sagen, "ob es sich um eine Abrechnung oder einen terroristischen Akt" handele.

In den Straßburger Krankenhäuser ist der "Plan Weiss" ausgelöst worden, meldet der Figaro. Mit dem "Plan Weiss" werden die Rettungsdienste Krankenhäuser für die Aufnahme und Versorgung einer Vielzahl von Verletzten vorbereitet.

Auf Twitter kündigte Frankreichs Innenminister Christophe Castaner an: "Unsere Sicherheits- und Rettungsdienste sind mobilisiert."er verfolge die Situation im Lagezentrum des Innenministeriums zusammen mit Laurent Nunez. Nunez ist Generalsekretär für innere Sicherheit.

Vor 20 Jahren war durch die Geheimdienste ein Anschlag der islamistischen Terror-Organisation Al Kaida auf den Straßburger Weihnachtsmarkt vereitelt worden.

In Deutschland teilte die Bundespolizei Baden-Württemberg  mit, dass die Grenzübergänge zu Frankreich verstärkt überwacht werden. Auf Twitter heißt es dazu: "#Strasbourg: Es wird weiterhin nach einer flüchtigen Person gefahndet. Der Verkehr der grenzüberschreitenden Tram D ist daher eingestellt. Sofern möglich vermeiden Sie bitte aktuell den Grenzübertritt im Bereich #Kehl. Unsere Kollegen sind mit der @PolizeiOG im Einsatz. *sl"

"Die Maßnahmen an der deutsch-französischen Grenze im Bereich #Strasbourg/#Kehl dauern an.", hatte die Bundespolizei zuvor getwittert: "Wichtige Informationen zum Einsatz für Personen im deutsch-französischen Grenzgebiet gibt es bei der @PoliceNat67 *sl"

Das Europäische Parlament twitterte: "Das Europäische Parlament wurde geschlossen, und niemand kann es bis auf weiteres verlassen. Abgeordnete und Mitarbeiter haben E-Mails oder SMS-Nachrichten erhalten, die sie auffordern, in Sicherheit zu bleiben. #strasbourgshooting".

Über den Abend wird die Straßburger Innenstadt evakuiert: Passanten werden von der Polizei in den umliegenden Bars und Restaurants untergebracht. Man befinde sich schon seit über einer Stunde in Bars und Restaurants, und dürfe diese nicht verlassen, melden Schutzsuchende über die sozialen Netzwerke.

Am nächsten Tag dann die Meldung: Der Gesuchte könnte sich in Deutschland befinden. Bei Bremen sei ein Taxi sichergestellt worden, das als Fluchtfahrzeug gedient haben könnte.Das verdächtige Fahrzeug, das auf der Autobahn unterwegs war, war der Polizei per Notruf gemeldet worden und wurde umgehend durch herangeführte Polizeikräfte kontrolliert. Einer der Insassen soll maskiert gewesen sein. Die Überprüfung ergab jedoch keinen Zusammenhang mit dem Flüchtigen.

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

 

Zuletzt aktualisiert am: 12.122014-16:02


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