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Reutlingen

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Kampf gegen Blindheit - Reutlinger Firma hat Chip entwickelt

Sie öffnen die Augen und schon erschließt sich Ihnen Ihre ganze Umwelt. Doch was, wenn es nicht so wäre? Experten sind sich einig: Der Mensch nimmt 80 bis 90 Prozent dessen, was um ihn herum geschieht über den Sehsinn wahr. Darum sind die Augen auch eines - wenn nicht DAS - wichtigste Sinnesorgan. Viele Menschen jedoch können sich nicht darauf verlassen, denn ihr Blick ist durch eine Augenkrankheit eingeschränkt, getrübt oder gar ganz am schwinden. Die Woche des Sehens mit dem morgigen Welttag des Sehens will auf die Situation Betroffener aufmerksam machen, aber auch auf die medizinischen Möglichkeiten, die immer weiter voranschreiten.

Das menschliche Auge – ein wahres Wunderwerk der Natur. Abermillionen kleiner Sehzellen, sogenannter Fotorezeptoren, nehmen Lichtreize auf die dann ans Gehirn weitergeleitet und dort zu Bildern verarbeitet werden. Was passiert, wenn das nicht mehr funktioniert, musste Peter Böhm am eigenen Leib erfahren. Er leidet unter Retinitis pigmentosa, kurz RP, einer Erbkrankheit, die die Sehzellen absterben lässt und somit nach und nach zur vollständigen Erblindung der Betroffenen führt.

Bei Peter Böhm wurde die Krankheit bereits in jungen Jahren festgestellt. RP ist nicht heilbar. Und so mussten sich Erkrankte wie Peter Böhm noch bis vor wenigen Jahren mit ihrem Schicksal – einem Leben in Blindheit – abfinden. Doch das Reutlinger Unternehmen Retina Implant gibt ihnen wieder neue Hoffnung. Es hat einen drei mal drei Millimeter großen Chip entwickelt. Mit dem können die Patienten wieder grobe Gegenstände erkennen.

So werden sie viel mobiler und sind unabhängiger von Hilfsmitteln wie Hund oder Stock. Peter Böhm hat sich ein solches Netzhautimplantat im Rahmen einer Studie einsetzen lassen und es zweieinhalb Jahre – bis es auf natürliche Weise ausfiel – getestet.

Damit der Chip funktionieren kann, muss er einiges aushalten – das menschliche Auge bewegt sich am Tag mehr als 5000 Mal. Darum wird bei Retina Implant auch ausgiebig daran getüftelt, das Netzhautimplantat noch haltbarer zu machen. Schließlich soll es möglichst vielen RP-Betroffenen wieder ein "Fenster der Hoffnung" öffnen. Peter Böhm würde es sofort wieder machen. Er warnt aber auch vor überzogenen Erwartungen. Denn die eigene Unzufriedenheit könne auch der Chip nicht reparieren.


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