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Diözese Rottenburg-Stuttgart

Foto: RTF.1
Musical zum Thema Kinderprostitution und Sextourismus

Der sexuelle Missbrauch in der Katholischen Kirche beherrscht nicht nur zur Zeit die Medien. Schon seit Jahren gibt es immer wieder diesbezüglich Meldungen. Auch der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, ist von diesem Ausmaß erschüttert. Um das Thema Sextourismus und Kinderprostitution auf den Philippinen ging es am Dienstag bei dem Musical "Once we had a dream", das in der Rottenburger Festhalle aufgeführt wurde. Ob das - hinsichtlich der aktuellen Geschehnisse und Aufdeckungen - wirklich passend ist? Wir waren für Sie vor Ort.

Die philippinische Theatergruppe der Jugendorganisation AKBAY, will mit ihrem Musical-Drama „Once we had a dream" die Missstände in ihrem Land aufzeigen.

Das sozialkritische Stück setzt sich dabei mit Umweltzerstörung und Ausbeutung, aber vor allem auch mit dem Thema Kindesmissbrauch und Sextourismus auseinander.

Die Schauspielerinnen und Schauspieler, die zwischen 15 und 24 Jahre alt sind, touren mit ihrem Stück gerade durch Deutschland und Österreich – und haben nun auch in Rottenburg Halt gemacht.

Hinter dem Theaterstück steht die langjährige Arbeit von Father Shay Cullen, einem irischen Missionar und Projektpartner der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der bereits 1974 die PREDA Foundation Incorporation gegründet hat.

PREDA setzt sich für Kinder und Frauen auf den Philippinen ein und befreien unter anderem auch vor Ort regelmäßig Kinder aus Bars, Nachtclubs und Gefängnissen.

Der PREDA Freundeskreis e.V. organisiert seit 2014 die Theatertourneen der AKBAY Jugendgruppe in Deutschland und Österreich.

Dass das Jugendtheater nun mit seinem Stück in Rottenburg auftreten durfte, ist vor allem der Stadt selbst, der Schule St. Klara, den Hilfswerken missio und Misereor, aber auch der Diözese zu verdanken.

Weihbischof Thomas Maria Renz betonte in seinem Grußwort ebenfalls die Missstände in unserem Land – und auch die der katholischen Kirche.

„Das Stück ist zwar so konzipiert, dass die Philippinen im Fokus sind, aber das Stück eigentlich auch unsere Missstände hier anschaut. Es ist ein sozialkritisches Stück, das die Jugendlichen selber betrifft. Es wird auch aufgearbeitet werden, was hier in dem Stück passiert und wir versuchen zu zeigen, das es nicht richtig ist zu schweigen. Wir werden die Dinge ansprechen, wir werden sie aufarbeiten und das ist einfach das, was wir hier anstiften werden" erklärt uns Michaela Weitzenberg, MISEREOR-Refernetin für Globales Lernen an Schulen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Lehrerin an der Schule St. Klara.

Keine leichte Kost für die Jugendlichen. Das – bis auf die Lieder - in deutscher Sprache aufgeführte Stück, erzählt unter anderem die Geschichte der 17-jähirgen Celina, die durch den Schuldendruck ihrer Mutter, widerwillig nach Deutschland zum Arbeiten gebracht wird.

In Frankfurt angekommen wird sie erst in Sicherheit gewogen und mit ihrem neuen glamourösen Leben bekannt gemacht, bis sie endlich erfährt, wofür sie wirklich nach Deutschland gekommen ist – zur Prostitution.

Klassische Motive wie das Ausnutzen von Machtverhältnissen, dem Aufbau von Druck und Angst bis hin zur Abhängigkeit werden in diesem Stück nachvollziehbar auf die Bühne gebracht - doch wie kommen die jugendlichen Zuschauer anschließend damit klar?

In den Klassen werden anschließend Gesprächskreise angeboten und das Stück aufgearbeitet. Hilfestellung sowie Aktionen zum Thema Missbrauch sind außerdem geplant, verrät uns Michael Weitzenberg.

„Once we had a dream" - ein Stück von zerstörten Träumen und Missbrauch, von Ausbeutung und Schmerz, aber auch von Hoffnung und Mut.

Hinsehen – sogar wenn es schwerfällt, könnte eine unterschwellige Botschaft dieses Theaterstücks sein. Und das gilt eben nicht nur für die Philippinen, sondern überall.


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