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Reutlingen-Betzingen

Foto: RTF.1
Agility Cup mit Listenhund - Elke Werner nimmt mit Dobermann-Hündin Giny am Wettkampf teil

Immer wieder berichten die Medien von sogenannten Problemhunden. Doch sind Rottweiler, Dobermann und Co. wirklich von Haus aus aggressive Hunde oder liegt es vielleicht doch eher an den Haltern und zu wenig Auslastung und Erziehung? Eine gute Möglichkeit seinen Hund sinnvoll zu beschäftigen bietet die Hundesportart Agility. Wir haben das Ehepaar Werner und ihre Dobermann-Hündin Giny zum Agility-Wettkampf in Reutlingen-Betzingen begleitet.

So richtig gefährlich sieht Dobermann-Hündin Giny eigentlich nicht aus. Und doch gehört diese Rasse, zum Beispiel in Brandenburg, zu den sogenannten Listenhunden. Das heißt, es wird erst einmal von einem gefährlichen Hund ausgegangen. Optisch wirkt der unkupierte Dobermann jedenfalls schon nicht mehr so gefährlich. Dass er überhaupt kupiert wurde, hat einen ganz speziellen Hintergrund.

„Der Dobermann war früher im Krieg ein Wach- und Schutzhund. Und als es da sehr kalt war in Russland, gab es das Problem, dass die Körperteile, die schlecht durchblutet sind, zuerst abgefroren sind. Und deswegen hat man dann beim Dobermann die Ohren und den Schwanz entfernt" erklärt uns Giny's Herrchen Heiko Werner.

Zwar wurden auch den Kampfhunden Ohren und Schwanz entfernt, damit sie sich beim Kampf selbige nicht abbeißen – in Europa ist das Kupieren heute aber verboten.

Dass mit dem Hund trainiert wird, ist für das Ehepaar Werner selbstverständlich. Nur so bekomme man einen ausgeglichenen Hund, meint Elke Werner.

Bereits im Welpenalter wurde mit den Übungen begonnen. Jetzt trainiert Herrchen Heiko mit seiner Hündin die Hundesportart „Obedience" – also die sogenannte hohe Schule der Unterordnung, bei der es auf schnelle und exakte Ausführung von Übungen und Gehorsam ankommt – wie beispielsweise das korrekte „bei Fuß laufen."

Das diene auch der Sicherheit des Hundes. Wenn ich eine Gefahr sehe und schreie, dann muss der Hund auf dem Absatz umdrehen und kommen, so Heiko Werner.

Ginys Frauchen hingegen mag es actionreicher und liebt es viel Spaß mit ihrer Giny zu haben - und das alles bekommen die beiden beim Agility.

Mit verschiedenen Hindernissen wie Tunneln, Hürden zum Überspringen, Wippen und sogenannten Kontaktwänden können sich die Hunde dabei richtig auspowern.

Am Wochenende findet hier im Verein für Sport- und Gebrauchshunde in Betzingen der Schwabenland Agility Cup statt. Und Elke Werner tritt zum ersten Mal mit ihrer Dobermann-Hündin an.

„Also aufgeregt bin ich furchtbar. Weil es eben der absolut erste Lauf ist. Ich weiß, dass ich noch Defizite habe, die sich im Laufe der Zeit noch geben werden. Die muss man dann eben noch trainieren. Aber ich habe mich jetzt entschieden den A0 Lauf, also den absoluten Beginnerlauf, mitzumachen" erzählt uns Elke Werner.

Deshalb wird auch noch einmal kräftig trainiert.

Und dann ist es soweit: Der Wettkampf ist da. An zwei Tagen gehen hier verschiedene Teams in unterschiedlichen Klassen an den Start. Pro Tag sind das 160 bis 190 Teams.

Nach der Parcourbegehung wird mit einer sogenannten Spielrunde, die noch nicht gewertet wird, gestartet. Nicht ganz fehlerfrei lief diese erste Runde, aber für den Anfang war das schon ganz gut.

Dann kommt die eigentliche Wertungsrunde. Zuerst läuft es auch ziemlich gut für die beiden, doch dann gibt es Verständigungsprobleme an der Röhre.

Zwar haben es Elke und Giny damit nicht in die nächste Runde geschafft, dafür hatten sie aber eine Menge Spaß. Und letztendlich geht es beim Agility nicht ums Gewinnen, sondern um die Bindung und dem gemeinsamen Spaß von Halter und Hund.


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