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Gönningen

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150 Jahre Tradition - Blumenpracht bei Tulpenblüte

Gönningen, ein kleiner Ort am Fuß der Schwäbischen Alb, mit gerade mal rund 3700 Einwohnern der aber seit Mitte des 19. Jahrhunderts überregional bekannt ist, und zwar aufgrund seines Samenhandels. Knapp die Hälfte der Einwohnerschaft war damals in Europa und Amerika unterwegs, um Blumen- und Gemüsesamen sowie Blumenzwiebeln zu verkaufen. Aber auch zu Hause wollte man zeigen, dass man die neuesten und schönsten Sorten im Programm hatte. Bald entwickelte sich in den Gönninger Gärten und auf den Gräbern der Angehörigen ein wahrer Wettstreit um die schönste Blumenpracht. Und diese Blütenpracht ist auch heute noch jedes Jahr zu bewundern.

Dieses Jahr hatten die Veranstalter wieder einmal Glück mit dem Wetter: Am ersten Tulpensonntag strahlte die Sonne vom überwiegend blauen Himmel und bei warmen Temperaturen streckten auch schon viele Tulpen und Narzissen ihre Köpfe aus der Erde.

Laut der ersten Vorsitzenden des Vereins Gönninger Tulpenblüte Dr. Margarete Walliser hat die alljährliche Tulpenblüte für die Gönninger auch heute noch eine große Bedeutung. Es sei auch interessant, dass Neuzugezogene in Gönningen die Tulpenblüte ganz toll finden würden und es einfach so einen Gemeinschaftssinn im Ort gebe, der diese Tulpenblüte unterstützt. Sonst wäre auch die Hilfe im Dorf durch die Schule, Kirche, Vereine, Bezirksgemeinde nicht so intensiv.

Die spezielle Bedeutung der Blumen sieht man auch auf dem parkähnlich angelegten Friedhof. Viele der Gräber sind mit Tulpen und Narzissen bepflanzt. Gegenüber vermittelt der Blumenzwiebel-Lehrgarten einen Eindruck, welche Tulpensorten sich besonders gut für Vorgärten oder Gräber eignen.

Ihren Ursprung hat die Gönninger Tulpenblüte im Samenhandel: Die Tulpe war eine sehr teure Pflanze. Und die reichen Samenhändler dachten, sie könnten ihren finanziellen Erfolg mit Hilfe der Tulpen darstellen, indem sie ihre Vorgärten und die Gräber ihrer Vorfahren mit den teuren Tulpen bepflanzen. Das habe laut Walliser vor etwa 150 Jahren angefangen und sei eine Tradition, die zwar nach dem Zweiten Weltkrieg ein bisschen eingeschlafen sei, aber jetzt vor etwa 15 Jahren wieder aufbelebt worden sei.

Mit dazu gehört der Frühlings- und Künstlermarkt. Mehr als 40 Aussteller und Hobbykünstler stellen im alten Ortskern ihre Sachen vor, viele bezugnehmend auf die Tulpe.

Seit letztem Jahr gibt es den Tulpenweg oberhalb des Friedhofs. Den hatten die Veranstalter neu angelegt, weil es ja eigentlich zwei große "Hotspot"s gebe von der Tulpenblüte: "Das ist der Friedhof mit dem Lehrgarten, und dann das Probefeld bei der Firma Fetzer. Und viele haben den Weg vom einen Hotspot zum anderen nicht gefunden. Und daraufhin haben wir gesagt, wir machen einen Tulpenweg, der vom einen zum anderen führt."

Bei Fetzers Probefeld finden die Tulpenliebhaber auf einer Fläche von 20 Ar über 500 verschiedene Sorten an Frühlingsblumen und gut 30 Blumenzwiebelmischungen, die eigens in Gönningen zusammengestellt wurden. Am kommenden Sonntag treffen sich die Gäste dann dort zur Tulpenschau, bei Musik und Bewirtung.


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